| Rundbrief 2009 | | Drucken | |
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Liebe Freunde von Caminhar Juntos, erneut habe ich die Erfahrung gemacht, dass in Brasilien die Uhren langsamer gehen, es braucht alles viel mehr Zeit. Piçarras war relativ verschont geblieben. Hier gab es keine Toten aber große Angst. Hinter dem neu erworbenen „rosa Haus“ waren mehrere Tonnen Erde abgerutscht und liegen da, wo eine Werkstatt entstehen sollte. Es wurde aber niemand verletzt. Die herbeigerufene Feuerwehr riet auch von der Benutzung des Haupthauses ab, weil ein „Dominoeffekt“ eintreten könnte. Ende November musste die Arbeit in den Projekthäusern eingestellt werden. Am 19. Dezember gab es noch eine Weihnachtsfeier für die Kinder – draußen, vor dem Haus in bescheidenem Rahmen. Die Mitarbeitenden mussten ihren Urlaub nehmen. Im Januar besuchten die Projektkoordinatoren Sanderly und der Diakon Serjo die Familien, denn alle litten unter den unklaren Verhältnissen. Jetzt konnte nur noch Solidarität aller helfen, damit die Stadt zum Handeln bewegt würde. Erst am 1. März wurde die Arbeit mit den Kindern wieder aufgenommen. Dazu wurde ein Haus in der Nähe angemietet. Allerdings muss auch weiterhin die Arbeit mit den kleinen Kindern ruhen. Es hat inzwischen mehrere Besichtigungen durch Geologen gegeben, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Stadt müsste handeln, z.B. den Hang terrassieren, aber es geschieht nichts. Diese Situation ist für die Mitarbeitenden und die Verantwortlichen in der Direktion fast unerträglich. Besondere Sorge machen uns allen miteinander die Jugendlichen, die keine Chance auf eine Berufsausbildung haben. Dann erzählte uns eine Besucherin von einer Einrichtung in Curitiba, die in Kursen Jugendliche aus armen Familien auch mit wenig Schulbildung ausbildet. Mit Schwester Gerda und Sanderly machten wir uns auf den Weg dorthin und besuchten die „Rede Esperanca“. Wir waren begeistert. Junge Menschen werden theoretisch und praktisch in verschiedenen Professionen ausgebildet Elektrotechnik, Metallverarbeitung, Friseurhandwerk, Bäcker, Computer und Nähen. Es ist eine Italienische Gründung. Eine Italienerin leitet die Einrichtung ehrenamtlich. Die Finanzierung geschieht durch Freunde in Italien, Firmen, die in Brasilien arbeiten, die Stadt Curitiba und das Bundesland Parana. Wir haben dort genau das gesehen, was wir uns für unsere Kinder auch wünschen. Die Stadt Piçarras ist an solch einer Einrichtung sehr interessiert. Schwester Gerda ist zuversichtlich, auch finanzielle Unterstützung von Firmen zu bekommen. Das größte Problem wird sein, die geeigneten Mitarbeitenden zu finden und diese dann auch zu finanzieren. Es wäre eine wunderbare Aufgabe für engagierte Menschen aus Deutschland! Ehrenamtlich arbeitende bekommen eine Aufenthaltserlaubnis für vier Jahre. Weil es noch keine Ausbildungsmöglichkeiten gibt, sind seit dem 1. März zwei 14-jährige Jungen „Mitarbeiter“ im Projekt. Sie gehen weiter zur Schule und helfen in der unterrichtsfreien Zeit bei den Kleinen, in der Küche und was sonst noch so anfällt. Ein Taschengeld von 200 Reais (ca.70 €) hilft,dass sie nicht auf der Straße arbeiten müssen, z.B. Müll sammeln oder gar Drogenhandel. Das Projekt „Caminhar Juntos" macht eine gute Arbeit, es hilft den Kindern hoffnungsvoll in ihre Zukunft zu blicken und fördert die Solidarität einer sehr armen Stadtteilgemeinde. Es ist aber auch weiterhin auf unsere finanzielle Hilfe angewiesen. Wer einmal in Brasilien Urlaub machen möchte, ist herzlich eingeladen, selbst zu sehen, was dort geschieht. Für Gäste ist in der Rua Italia Platz! An dieser Stelle möchte ich, auch im Namen von Schwester Gerda für die viele Unterstützung danken. Ohne die gemeinsame Hilfe würde es das Projekt Caminhar Juntos nicht geben. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und grüße Sie, wie es in Brasilien üblich ist, mit einem Abraço Ihre Erika Kirse
Minden, 20. Juli 2009
Wenn Sie helfen möchten, spenden Sie bitte unter dem Verwendungszweck „Caminhar Juntos“ auf folgendes Konto: ODER Spendenkonto: Erika Kirse, Sparkasse Minden-Lübbecke BLZ 490 50101 Kontonr.: 84 472 133 |