Die Kinder von Aurá
Bericht vom Besuch im Juli 2009
Das Elendsviertel Aurá erstreckt sich rund um die Müllhalde von Belém und die ca. 1000 Kinder, die dort mit ihren Eltern leben, sammeln weiterhin unter menschenunwürdigen Bedingungen Wertstoffe wie Papier und Plastik aus dem riesigen Müllberg, der von der städtischen Müllabfuhr aufgehäuft wird. Der Erlös aus dem Verkauf der Rohstoffe reicht oft kaum für eine warme Mahlzeit, deshalb werden sogar Essensreste aus dem Müll heraus geholt und verzehrt. Die hygienischen Bedingungen sind untragbar und viele Kinder verletzen sich bei der Arbeit, da es keine Schutzkleidung gibt, die meisten tragen nicht einmal Schuhe.
Unser Besuch bei den Kindern im Juli dieses Jahres war wieder einmal sehr ernüchternd. Wir bekamen die Möglichkeit, den Tagesablauf in der Creche etwas näher kennen zu lernen. Es werden rund 30 Kinder von freiwilligen Helfern in den Basisfächern, wie Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Die Unterrichtsbedingungen sind schwierig, da es drei Klassen mit unterschiedlichen Altersstufen in einem winzigem Raum ohne Trennwände gibt. Dank der Spende einer örtlichen Schule, die neue Stühle bekam und ihre alten an das Projekt abgab, können die Kinder zumindest während des Unterrichtes ordentlich sitzen. Vorher saßen sie auf dem Boden.
In der Creche werden die Kinder nicht nur unterrichtet, sondern auch so gut es geht mit gespendeten Lebensmitteln verpflegt. Viele übernachten dort und gehen nur am Wochenende nach Hause. Auf diese Weise werden die Kinder von der Müllhalde ferngehalten und ihre Eltern werden entlastet, da diese nicht in der Lage sind, ihre Kinder selbst zu versorgen. Die hier angebotenen 30 Plätze zur Betreuung sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, der Bedarf ist riesig bei fast 400 Familien, die hier leben. Zumindest ein Anfang ist gemacht.
Auch dieses Mal wurden Sachspenden wie Kleidung und Spielzeug an die Kinder und ihre Eltern verteilt, worüber sie sich sehr gefreut haben. Allerdings ist wieder einmal klar geworden, dass Essens- und Sachspenden zwar für den Moment helfen, aber keine Dauerlösung sind. Es muss Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden, damit durch Wachstum Eigenständigkeit entstehen kann und keine Abhängigkeit.
Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, haben wir beschlossen einigen Jugendlichen aus der Creche eine Berufsausbildung zu ermöglichen, mit der sie in der Favela praktisch helfen können. Hier geht es vor allem um Tätigkeiten wie Brot backen oder Holzhäuser bauen, vor allem aus den auf der Müllhalde ergatterten Resten. Es gibt allerdings in Brasilien kein klassisches Ausbildungssystem wie wir es kennen, sondern es werden staatliche Kurse angeboten, die über mehrere Monate in Schulen laufen. Wir sind bereits mit verschiedenen Einrichtungen vor Ort in Kontakt; um einigen wenigen Kindern diese Ausbildung zu ermöglichen und dafür brauchen wir ihre Hilfe. Mit Ihrer Spende können Sie neue Strukturen schaffen und das Leben der Menschen in Aurá lebenswerter machen. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Zeit diesen Bericht zu lesen. Kinderbrasil e.V. garantiert Ihnen, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird, denn es wird von den Vereinsmitgliedern selbst überbracht und die zweckmäßige Verwendung kontrolliert.
Autorin: Melanie Schmid
Wenn Sie helfen möchten, spenden Sie bitte unter dem Verwendungszweck „Aura“ auf folgendes Konto:
Postbank Dortmund Kontonummer: 696 000 460 BLZ:44010046
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